Das reiseskeptische Globetrotter-Magazin

Showertravel

14.02.2018 18:47

Urlaub benötigt Zeit, Geld und Planung. Doch oft ist die physische Abwesenheit von zuhause gar nicht notwendig, damit sich das gewünschte Gefühl von Erholung, Sonne und Meer einstellt. Vor Jahrzehnten nahm man dazu einen Tapetenwechsel im Wortsinne vor: Motivtapeten mit Karibikstrand, Sonnenuntergang oder wenigstens Herbstlaub machten aus dem Wohnzimmer ein Ferienressort. Freilich war auch so ein Tapetenwechsel mit Aufwand verboten. Heute übernimmt Duschgel die Funktion des Urlaubsersatzes. Wer mehrere zuhause hat, kann sich jeden Morgen neu entscheiden, wo er mental urlauben möchte. Travelmag Heimweh hat sich für Sie durch die Welt geduscht.

  • Viva Cuba: ein Nasen- und Körpergefühl, als würde man eine alte Corvette mit Hibiskusblüten und Limetten einreiben, Dieselaroma inklusive.
  • L'Occitane en Provence: wie ein Bad im Sud aller Kräuter der Provence. Jedoch unpraktisch in der Handhabung, da man dafür alle vier Gels dieser "Quatuor" benötigt.  
  • Glückliche Auszeit: "roter Mohn und Hanf" versprechen gründliches Abschalten. In welchem Land die Auszeit stattfinden soll, bleibt allerdings unklar. Gelingt es, die Wirkung von Klatschmohn und Cannabis zu spüren, fällt es schwer, in der Dusche stehen zu bleiben.
  • Sans Soucis: sorglos kombinierte Aromen. Doch es erinnert nichts an das Schloss bei Potsdam.
  • Meisterjäger-Duschgel: ein Gefühl auf der Haut wie flüssige Tannennadeln und das Aroma von ein, zwei toten Hasen
  • Sol de Janeiro: Das Gel bringt heiße Bilder und Sand von der Copacobana in die Wanne. Der Beiname "Brazilian 4 play" lädt dazu ein, sogleich an sich selbst herum zu spielen. Sexy!
  • James Bond 007: Wenn man es schüttelt, ist man schnell gerührt von den Schmauchspur-Aromen, die sich wie aus der Pistole geschossen ("trigger-happy") über den Körper ergießen.
     

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Sockentragen in heißen Gefilden ergibt eine Fußnote.