Das reiseskeptische Globetrotter-Magazin

Gegenwart - "Mit John Lennon durch Liverpool"

16.03.2018 13:28

Konventionelle Reisen leiden unter all den Restriktionen, die die Realität einem auferlegt. Der Ort an den man reist, ist nur in der Gegenwart zugänglich, und zu gegebener Zeit muss man die Destination in dem Zustand annehmen, den das real life sich ausgedacht hat. Diese Realitätsfalle überwindet Katharina Riedl, indem sie ihren Helden John Lennon aus dem Hades o.ä. in die Gegenwart ihrer Lieblingsstadt Liverpool holt. Wie der da hin kommt, braucht sie nicht zu erklären, wenn sich der Kopf mit dem wohlfühlt, was er sich als Reise ausgedacht hat. Die Fiktion wird für Riedl noch schöner, indem sich zu Lennon die gänzlich fiktive Eleaonor Rigby gesellt. Merke: In der Fiktionsreise ist neben Zeit und Ort auch alles an Handlung möglich, z.B. wohlfeilste Dialoge zwischen Figur und derem Schöpfer. Der Reisende muss sich das alles nur ausdenken können. Dann gibt es das Schönste der Vergangenheit auch im Jetzt, das Golden-Age-Syndrom wird gepflegt, und die perfekte Reise kann beginnen. Kleiner Malus in Riedls Buch: In Liverpools Strawberry Fields finden sich trotz Fiktion keine Erdbeeren.
 

 

 

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Sockentragen in heißen Gefilden ergibt eine Fußnote.