Das reiseskeptische Globetrotter-Magazin

Alpentrend Heli-Hiking

02.10.2017 15:42

Welcher Alpinwanderer kennt es nicht: Man ist mühsam auf den Berg gestapft, genießt die traumhafte Aussicht, muss aber anschließend wieder den Berg hinunter steigen. Dabei hat man gerade den Bauch mit der wohlverdienten Brotzeit belastet und vielleicht mit dem einen oder anderen Enzian auf die eigene Sportlichkeit angestoßen. Wie sinnlos ist es dann, mit schweren Beinen und Pudding in den Knien den kompletten Weg nochmals bergab zu gehen? Von der Verletzungsgefahr durch Unachtsamkeit und körperliche wie geistige Müdigkeit gar nicht zu sprechen. Sinnlos, mögen Sie nun einwenden, ist der Abstieg nicht; denn wie sonst sollte man wieder zurück ins Tal?
Doch mobilitätsorientierte Alpintouristen haben nun eine Alternative aufgetan: die Helikopter der Bergrettung. Diese stehen ohnehin samt Personal zur Verfügung. Genau wie Ihr Auto muss so ein Helikopter regelmäßig benutzt werden, um in Schuss zu bleiben. Dito Piloten und Rettungssanitäter, die sonst aus der Übung kämen.
Jedoch ist dieser Service strenggenommen nur für Verletzte gedacht, weshalb sich die Freunde des Heli-Wanderns gute Gründe überlegen müssen, wenn sie solch einen Panarama-Rückflug bestellen und ihre kognitiven Dissonanzen über den kollateralen Tod anderer, für die so kein Hubschrauber zur Verfügung steht, zu reduzieren:

  • Freiwillige Selbstbeschränkung: Der Heli-Abflug sollte nicht mehr als sechs Mal am selben Berg in Anspruch genommen werden
  • Wer statt schweigend zu genießen seinen Talflug launig im Gipfelbuch ankündigt, muss nachher mit einer überhöhten Gebühr ("Bußgeld") rechnen
  • Blasen an den Füßen sind kein sozial akzeptierter Rettungsgrund. Eine Analfissur dagegen erfreut den Retter, denn der hat nach Feierabend etwas zu erzählen
  • Die Gefahr durch eine schlafende Kuhherde wird nur mit psychiatrischem Attest anerkannt
  • Wer dagegen eine Kuh einen Stier umstößt, kann die Angst vor einem Revanchefoul anführen
  • Kommen Sie mit einem E-Bike nicht zu Tale, sollten Sie wenigstens einen Platten als Notfallgrund (für das Fahrrad) nennen können
  • Vorsicht, der Hubschrauber-Service als Föhn für unangenehm nasse Bergwiesen ist nicht überall verfügbar, da nur etwas für Stunt-Piloten


Leider keine Alternative zum Abstieg per Helikopter, da verboten: das Rad

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Sockentragen in heißen Gefilden ergibt eine Fußnote.