Sehenswürdigkeiten zum Wegschauen

14.07.2013 10:37

Freiheitsstatue
Verloren steht sie im Meer, winzig im Vergleich zur New Yorker Skyline und für eine gute Aussicht auf diese viel zu weit entfernt. Ernährt die Souvenirläden als Symbol für das zerstörerische Wirken der freien Märkte, die frei herumlaufenden Waffennarren und den Freistilkapitalismus.

 

Gibraltar
Durchschnittliches Felsatoll mit Affen, die ihre menschlichen Besucher zu ebensolchen machen. Die Berberaffen sind so schlecht erzogen wie die Bürger Gibraltars. Die Insel taugt noch nicht mal, um günstig Zigaretten zu ziehen. Wenigstens kommt man bei der Abreise schnell vom Taxi ins Flugzeug.

 

Schloss Neuschwanstein (Schwangau/Deutschland)
Am allerschönsten auf Fotos und Gemälden. Drinnen unfertig und abgesehen von der Grotte interessant wie 150 Jahre alte Holzbalken. Doch nach Anreise und stundenlanger Wartezeit müssen Sie das Schloss nur dreißig Minuten lange durchlaufen und werden anschließend weiter nach Heidelberg verschifft.

 

Palast der Winde (Jaipur/Indien)
Wackelige Fassade und potemkinsches Haus. Der Name meint den Staubsturm, der Sie in der engen Straße davor erwartet. Das Bauwerk mit seinen listigen Logenbalkonen spottet der romantischen Erwartung des Besuchers.

 

Taj Mahal (Agra/Indien)
1648 fertiggestellte größte Liebeserklärung eines Mannes (Großmogul Shah Jahan) an eine Frau (Mumtaz Mahal). Doch die Wartestunden und die unzärtliche Leibesvisitation ("Touch Mahal") am Eingang unterbinden romantische Anwandlungen. Innen hat die Hohlheit der denkmalgewordenen Liebesbezeugung schon vor Jahrhunderten auf das Grab der so Verehrten übergegriffen.

 

Hollywood Walk of Fame
Trottoir mit den Namen von bald 2500 affektgestörten Schauspielern. Gemeine Abzockgaukler warten Ihnen auf, und es explodiert noch nicht mal ein Auto.  

 

Frauenkirche (Dresden)
Außen aus weichem Sandstein und wertvollen Mauerresten wiederaufgebaut trotzt sie nach Beschuss durch die britische Luftwaffe heute jährlich dem Angriff von Silvesterraketen. Die Sachsen gehen sogar mit Miniaturen der Frauenkirche übervorsichtig um und opfern Speisekartoffeln, um sich ein eigenes Bild ihres Heiligtums zu machen. Innen ist das Monument so kitschig wie ein überdimensioniertes Mädchenzimmer; und die Besucher leiern in kindlicher Manier Verse herunter. Einem Sektenführer gewidmet, der mehr von Frauen verstand, als seine Anhänger glauben. Kurzum: in dem von Lustfeinden erbauten Frauenhaus kommt hinten und vorne nichts zusammen.