Kitzbühel

22.12.2013 11:13

 

Hubert S. (22), Mitarbeiter eines Kitzbüheler Skigeschäfts:

Die Leute von den Hotels rufen uns an, wenn wieder eine Gruppe russischer Gäste abgereist ist. Wir holen dann die komplette Skiausrüstung ab und bereiten sie auf. Anschließend können wir sie wieder für gutes Geld verkaufen. Die russischen Gäste sind seine Existenzversicherung, sagt mein Chef. Die legen über 10.000 Euro für eine Skiausrüstung hin, rutschen damit ein paar Tage (mit Privatlehrer) am Anfängerhang herum und lassen dann die Ausrüstung einfach da.

Unter uns gesagt: Früher hat Kitzbühel den reichen und prominenten Piefke gehört, jetzt gehört es halt den reichen Russen. Ich bin da leidenschaftslos. Bei den Russen verstehe ich wenigstens nicht, was sie reden. Wenn ein Russe fünfmal so viel ausgibt wie ein Deutscher, brauchen wir nur ein Fünftel Gäste für denselben Umsatz. Anders gesagt: Wir verdienen mit der selben Gästezahl fünfmal so viel. Das schont auch die Natur, weil viele Russe nur ihren Zobel spazieren tragen, Kutsche fahren, teuren Wein probieren und Geschmeide kaufen. Gut, viele beklagen, dass den Österreichern kaum noch Immobilien in Kitzbühel gehören. Aber mir ist lieber, den Russen gehört das wegen der Streif grenzenlos überschätzte Kitzbühel als die wirklich guten Skigebiete Stubaital, Zell am See usw.  

 

Lieben die Leichtigkeit wie den Luxus: Russen auf dem Weg in den Skiurlaub.