Im Winter auf einen Achttausender

30.11.2014 13:13

Dem Italiener Simone M. (45) und dem Kasachen Denis U. (39) waren die Berge dieser Welt zu klein und deren Wetter zu milde geworden. Daher wollten sie immerhin den 8125 Meter hohen Nanga Parbat im Winter besteigen. Nach 51 Tagen zwischen 4200 und 6600 Metern bei bis zu minus 41 Grad, umwerfenden Winden, eineinhalb Meter angekündigtem Neuschnee und zwei Todesmeldungen von Kameraden (einer am K2), gaben sie auf. Simone: „Wir hielten aus, aber die Natur war stärker als wir. Wir sind zusätzliche Risiken eingegangen, mehr als wir es sonst tun ... Die Natur hat gewonnen, wie immer, seitdem der Mensch auf der Erde ist. Manchmal erlaubt sie uns einen kleinen Erfolg. Diesmal nicht. Wir beschweren uns nicht."

Hier spricht der wahre Extremreisenexperte: Die selbstgewählten Widrigkeiten sollten das Gelingen einer Reise unwahrscheinlich machen. So kann man immerfort mit der hausgemachten Herausforderung ringen. So mündet die Todessehnsucht nicht in Euphorie - und den darauf folgenden Absturz in ein Depressionsloch. Tipp vom Travelmag an die maskulinen Bergsteiger: Auf der Venus gibt es Berge von über 10km Höhe mit Temperaturen unter -100°C. Vielleicht wäre das noch was, wenn hinieden die Erfolgsaussichten für alles zu gut sind.

 

Die berüchtigte Ostflanke des Nanga Parbat im Dezember